Ü-35 von Empor Sassnitz Hallenmeister
Am späten Samstagmorgen wurden in der Sporthalle Dwasieden die Endrundengegner der beiden Finalgruppen der Ü – 35 per Los ermittelt. Werner Nehmer, Trainer des Titelverteidigers Rot-Weiß Trinwillershagen hatte ein glückliches Händchen und sorgte mit seiner Auslosung für eine ausgewogene Gruppenbesetzung in beiden Staffeln. So führte das Los die Mannschaften vom FC Pommern Stralsund, dem SV Putbus, den TSV Göhren und den PSV Ribnitz-Damgarten in die Staffel A zusammen. Die Staffel B wurde von den Vertretungen vom BSV Löbnitz, dem TSV Sagard, Empor Sassnitz und Titelverteidiger Rot-Weiß Trinwillershagen besetzt. Das hieß, dass in jeder Staffel jeweils zwei Teams vom Festland und zwei Inselmannschaften aufeinander trafen. Möglichkeit für die Rüganer, sich für das schwache Abschneiden der letzten Meisterschaft zu revanchieren, als das Festland Meisterschaft und Medaillenränge dominierten.
Kurz nach Zehn war es dann so weit. Der TSV Göhren musste sich im Eröffnungsspiel gleich einem der Titelaspiranten stellen, und der PSV Ribnitz-Damgarten unterlegte auch gleich seine Ansprüche auf die Meisterschaft mit gutem Kombinationsfußball. Rene Nawatzki und Dirk Brand trafen zu einem ungefährdeten 2:0 Sieg für den PSV. Das zweite Spiel dieser Gruppe zeigte Spannung und viele Tore. Der FC Pommern legte gegen den SV Putbus viermal vor, musste aber praktisch immer wieder im Gegenzug den Ausgleich hinnehmen. Der überragende Mann in den Reihen der Putbuser war in diesem Spiel Rene Levetzow, der die Führung der Sundstädter praktisch im Alleingang immer wieder egalisierte. Als Remo Hubert den SV Putbus dann mit 5:4 in Führung schoss schien sich die erste große Überraschung anzubahnen. Doch Pommern wachte auf und entschied das Spiel binnen zwei Minuten endgültig mit 7:5 für sich.
In der Staffel B kam es im Eröffnungsspiel zum Aufeinandertreffen der „amtierenden Meister“. Trinwillershagen wollte seinen Hallentitel unbedingt verteidigen, der TSV Sagard dem Titel auf dem Großfeld die Hallenmeisterschaft hinterher schieben. Letztlich trennte man sich in einer gutklassigen Partie mit einem gerechten 2:2 Unentschieden. Ein Ergebnis, von dem vor allem die Heimmannschaft, die SG Empor Sassnitz profilieren wollte. Dieses Vorhaben ging auf Grund der Schlafmützigkeit der Hafenstädter aber deutlich in die Hosen. Der Außenseiter vom BSV Löbnitz zeigte dem Team, das man auf der Insel in Fußballkreisen auch gern als „Weißes Ballett“ bezeichnet, wo in der Halle die Tore stehen und wie man Solche erzielt. Mit einem 4:2 Sieg standen für Löbnitz schon jetzt die Tore zum Halbfinale ganz weit auf – für Empor hieß es Aufwachen oder Untergehen
In der zweiten Spielrunde trafen in Staffel A nun die beiden Inselteams aufeinander. Für beide Mannschaften ging es nun schon um Alles, da die Auftaktpartien verloren gingen. Die Göhrener, selbst nur mit einer Rumpfelf angetreten, trafen durch zwei Treffer von Felix Barth und verließen das Parkett als 2:1 Sieger über den SV Putbus. Im zweiten Staffelspiel standen sich der FC Pommern und der PSV Ribnitz-Damgarten gegenüber. In einer giftigen, aber sportlich fairen Begegnung konnte sich keine Mannschaft entscheidende Vorteile erspielen, so dass die Begegnung bei einem Endstand von 1:1 keinen Sieger – aber auf Grund der Tabellensituation auch keinen Verlierer hatte.
In der Staffel B musste nun der Titelverteidiger aus Trinwillershagen unbedingt gegen Löbnitz gewinnen, wollte man die Chance auf den Einzug ins Halbfinale erhalten. Doch wie schon gegen Sassnitz überraschten die Löbnitzer auch in diesem Spiel und fanden durch ihre offensive, geradlinige Spielweise die Sympathien der Zuschauer. Thomas Grawe, der schon gegen Sassnitz dreimal Einnetzte, traf auch in diesem Spiel zwei Mal ins gegnerische Gehäuse und führte seine Mannschaft beim 2:1 als Goalgetter vorzeitig ins Halbfinale. Dorthin wollten aber auch Sassnitz und Sagard. Das Spiel begann sehr ruhig und verhalten. Beide wollten einen frühen Gegentreffer vermeiden und selbst den entscheidenden Konter setzen. Dies gelang Sassnitz mit der 1:0 Führung durch Stefan Satzel. Der TSV Sagard agierte selbstbewusst weiter und kam durch Jens Schuhmacher zu einem Lattentreffer, aus dem sich allerdings ein tödlicher Konter in die aufgerückte Sagarder Hintermannschaft für Sassnitz ergeben sollte. Falko Gärtig schloss den Konter eiskalt ab und brachte die Hafenstädter mit 2:0 in Vorhand. Sagard wurde nun deutlich offensiver und hatte bei einem erneuten Lattenschuss, diesmal von Michael Tomaszewski, nicht das nötige Glück zum Torerfolg. Stefan Satzel und Nils Streich trafen dann noch zum letztlich verdientem 4:0 für Sassnitz.
In der Schlussrunde der Staffel A trafen nun Ribnitz und Putbus aufeinander. Die Putbuser, die auf Grund einer Verletzung von Rene Levetzow auf ihren „Spielmacher“ verzichten mussten, hatten gegen den PSV Ribnitz-Damgarten keine Chance und wurden mit einem 8:0 geradezu vom Parkett gejagt. Schwieriger hatten es da die Pommernkicker gegen Göhren, da sich die Mannen aus dem Ostseebad selbst noch Chancen auf den Einzug ins Halbfinale ausrechneten. Ruhig, aber beständig zeigte Pommern seine Überlegenheit und erhöhte Poe a Poe auf 3:0, bevor Mario Linder in der Schlussminute noch der Ehrentreffer zum 1:3 Endstand gelang. Damit standen in Staffel A der FC Pommern und der PSV Ribnitz-Damgarten im Halbfinale.
In der Staffel B war Löbnitz schon vor der Partie gegen den TSV Sagard im Halbfinale. Sagard selbst hatte keine Chance mehr, im Titelkampf einzugreifen. Dennoch zeigte der Feldmeister eine beherzte Partie gegen die Löbnitzer, konnte die 3:5 Niederlage aber nicht verhindern. In der letzten Vorrundenbegegnung zwischen Trin und Sassnitz ging es nun um Sekt oder Selters. Der Titelverteidiger musste unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den erneuten Titel des Hallenmeisters zu wahren. Die Sassnitzer Oldies machten aber schnell Nägel mit Köpfen. Ähnlich souverän wie gegen Sagard spielte das Team ruhig und gekonnt. Das 4:0 hieß für die Hafenstädter Halbfinale, für Trinwillershagen mehr, als nur Enttäuschung.
Im ersten Halbfinale zeigte sich, das die Verantwortlichen vom FC Pommern den Gegner aus Löbnitz in den vorherigen Spielen gut beobachtet hatten. Die Pommern waren gut eingestellt und ließen sich nicht von den Löbnitzern überlaufen und hatten selbst die Schwachpunkte der Gegner erkannt. Am Ende siegten die Sundstädter klar mit 5:2 Toren und hatten das Finalticket gebucht.
Das zweite Halbfinale sollte dann viel, viel Enger werden. Die Sassnitzer dominerten Spiel und Gegner, vermochten es aber nicht, aus dieser Überlegenheit Kapital zu ziehen. Ribnitz spielte gut mit, konnte allerdings keine wirkliche Torgefahr aufbauen. Vielleicht auch deshalb, weil die PSV Spieler in dieser Begegnung ein, zwei Mal zu oft die Entscheidungen des Schiedsrichters monierten und sich damit keinen Gefallen bei Publikum und Fans machten. So blieb der Treffer von Stefan Satzel der Einzige und Entscheidende im Spiel.
Die Plätze Sieben und Acht wurden dann ebenso im Neun-Meter-Schießen ausgespielt, wie die Plätze Fünf und Sechs. Putbus gewann gegen Sagard mit 3:1 und belegte Platz Sieben. Mit dem gleichen Ergebnis siegte Rot-Weiß Trinwillershagen gegen den TSV Göhren und war auf Grund seiner Erwartungen als Titelverteidiger nicht ganz zufrieden mit Platz Fünf.
Das kleine Finale zeigte den Zuschauern dann nochmal abwechslungsreichen Hallenfußball mit schönen Kombinationen und Klasse Toren. Der BSV Löbnitz spielte genau wieder jenen Fußball, der sie schon in der Vorrunde „Unschlagbar“ machte. Und anders als die Pommern, wollte der PSV Ribnitz-Damgarten den Gegner im Spiel Mann gegen Mann beherrschen, eine Taktik die nicht aufging und letztlich zur 2:3 Niederlage führte.
Im Finale standen sich nun die beiden Mannschaften gegenüber, die schon im gesamten Turnierverlauf den technisch ausgewogensten Hallenfußball zeigten. Beide Teams ließen den Ball in den eigenen Reihen laufen und spielten ihre Angriffe konsequent zu Ende. Einen dieser technisch ausgereiften Angriffe schloss Jens Broszeit zur 1:0 Führung der Pommern ab. Sassnitz reagierte. Der Gegner wurde nun früher gestört, ohne dass man selbst seine defensive Grundhaltung aufgab. Dann Ballverlust der Sundstädter an der Mittellinie. Und dort stand für die Hafenstädter genau „der richtige Mann, an der richtigen Stelle“. Mit einem fulminanten Knaller ins rechte obere Toreck erzielte Falko Gärtig den 1:1 Ausgleich und die Wende im Spiel. Sassnitz jetzt mit dem eigenen Publikum „im Rücken“ das aggressivere Team. Kurz vor Spielende war es dann Nils Streich, der mit einem „Strich von Schuss“ dem Torhüter im Pommernkasten keine Chance ließ und den Hafenstädtern eine verdiente Meisterschaft sicherte.
Unterm Strich steht eine gelungene Meisterschaft, bei der die Mannschaften des Festlandes erneut ihre Stärke beeindruckend nachweisen konnten. Lediglich dem Titelträger Empor Sassnitz war es gelungen, die Vorherrschaft der genannten Mannschaften zu durchbrechen. Als Lohn durfte „Das Weiße Ballett“ ihren Fans am Ende die „Kobaltblaue Meisterschale“ entgegenstrecken. Bleibt der Wunsch und die Hoffnung, dass sich für das kommende Spieljahr mehr Rügener Vereine für eine Meisterschaft der Ü-40 und auch der Ü-50 interessieren um auch in diesen Altersklassen die Insel Rügen zu vertreten. An Potenzial von hervorragenden Kickern in diesem Altersbereich fehlt es der Insel mit Sicherheit nicht.
Ergebnisse und Torschützen im Überblick
TSV Göhren : PSV Ribnitz-Damgarten 0:2
Dirk Brand ; Rene Nawatzki
SV Putbus : FC Pommern Stralsund 5:7
Rene Levetzow (4) ; Remo Hubert / Svend Krieger (2) ; Mathias Schulz (2) ; Sven Brandenburg ; Torsten Reinert ; Jens Broszeit
Rot-Weiß Trinwillershagen : TSV Sagard 2:0
Andre Teuerling ; Olaf Müller / Björn Tredup (2)
BSV Löbnitz : Empor Sassnitz 4:2
Thomas Grawe (3) ; Rico Voß / Torsten Becker ; Stefan Satzel
SV Putbus : TSV Göhren 1:2
Heiko Bernhardt / Felix Barth (2)
FC Pommern Stralsund : PSV Ribnitz-Damgarten 1:1
Svend Krieger / Christian Gau
BSV Löbnitz : Rot-Weiß Trinwillershagen 2:1
Thomas Grawe (2) / Robert Lassah
Empor Sassnitz : TSV Sagard 4:0
Stefan Satzel (2) ; Falko Gärtig ; Nils Streic
PSV Ribnitz-Damgarten : SV Putbus 8:0
Rene Nawatzki (3) ; Christian Gau (2) ; Dirk Brand (2) ; Jörg Plewka
FC Pommern Stralsund : TSV Göhren 3:1
Gottfried Person ; Sven Brandenburg ; Mathias Schulz / Mario Lindner
TSV Sagard : BSV Löbnitz 3:5
Jens Schuhmacher ; Björn Tredup ; Michael Tomaszewski / Thomas Grawe (2) ; Andreas Schlegel ; Fred Röhnke ; Rico Voß
Empor Sassnitz : Rot-Weiß Trinwillershagen 4:0
Stefan Satzel (2) ; Michael Holland-Moritz ; Falko Gärtig
1. Halbfinale
FC Pommern Stralsund : BSV Löbnitz 5:2
Sven Brandenburg (2) ; Mathias Schulz (2) ; Andreas Thurow / Rainer Lange ; Andreas Schlegel
2. Halbfinale
Empor Sassnitz : PSV Ribnitz-Damgarten 1:0
Stefan Satzel
Platz 7 und 8
SV Putbus : TSV Sagard im 9-Meter-Schießen 3:1
Christoph Böttcher 1:0 / Michael Tomaszewski 1:1 / Dirk Rolinski 2:1 / Jens Schuhmacher verschießt / Remo Hubert 3:1
Platz 5 und 6
Rot-Weiß Trinwillershagen : TSV Göhren im 9-Meter-Schießen 3:1
Marko Siems 1:0 / Mario Lindner 1:1 / Andre Teuerling 2:1 / Martin Handschug verschießt / Olaf Schwiedeps 3:1
Platz 3 und 4
BSV Löbnitz : PSV Ribnitz-Damgarten 3:2
Rico Voß ; Tony Teßmer ; Thomas Grawe / Christian Gau ; Dirk Brand
Finale
Empor Sassnitz : FC Pommern Stralsund 2:1
Falko Gärtig ; Nils Streich / Jens Broszeit
Erfolgreichste Torschützen
8 Tore Thomas Grawe (BSV Löbnitz)
6 Tore Stefan Satzel (Empor Sassnitz)
5 Tore Mathias Schulz (FC Pommern Stralsund)
Aktualisiert (Dienstag, den 22. Februar 2011 um 10:53 Uhr)


